Kurzbiografie
Lorenz Sommer ist Doktorand am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und am Lehrstuhl für Global Governance und Public Policy. Er hat seinen Master in Politikwissenschaft an der Universität Bamberg mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Methoden der Computational Social Science abgeschlossen. Seine Doktorarbeit befasst sich mit dem Wettbewerb der Staaten um Sicherheit im Cyberspace, wobei er klassische Konzepte aus der Sicherheitsforschung auf diesen neuen Bereich anwendet. In seiner Doktor- und Projektarbeit nutzt er quantitative und qualitative Methoden gleichermaßen, erstere vor allem zum Mappen zu erklärender Variablen. In den Wintersemestern 2024/25 und 2025/26 hat er Seminare für Bachelor-Studierende gehalten.
Forschungsinteressen
Staatlicher Konflikt im Cyberspace: Der Cyberspace ist eine neue Domäne des Sicherheitswettbewerbs zwischen Staaten, der sich in seinen Rahmenbedingungen stark von bekannten konventionellen Domänen und dem Nuklearbereich unterscheidet. Im Gegensatz zu diesen findet im Cyberspace eine ständige Aktivität zwischen Staaten statt, die unterhalb der Schwelle zu klassischen kriegerischen Handlungen liegt, aber im Laufe der Zeit kumulative Auswirkungen hat, die zusammengenommen durchaus einen vergleichbaren Effekt erzielen können. Zudem ist er nicht auf staatliche Akteure beschränkt. Aktivität geht im Gegenteil hauptsächlich von nicht-staatlichen Gruppen und staatlichen Proxies aus.
Wie wirken sich diese Rahmenbedingungen auf den Sicherheitswettbewerb zwischen Staaten aus? Inwieweit sind Konzepte, die in konventionellen Bereichen gelten, auf den Cyberspace anwendbar? Ist der Cyberspace überhaupt ein Bereich, oder sollten wir ihn angesichts seines allgegenwärtigen Charakters als etwas anderes konzeptualisieren ("structural modifier")?